VIRTUEL INTERPRETATION

Die virtuelle Interpretation bildet einen zentralen Bestandteil des Projekts „Vienna Lost Symphonies“. Ziel ist es, historische Symphonien auf Grundlage musikwissenschaftlicher Forschung, historischer Aufführungspraxis und moderner digitaler Technologien aus unterschiedlichen interpretatorischen Perspektiven zu untersuchen.

Mithilfe moderner Software- und Hardwarelösungen, Virtual-Performance-Technologien, historisch informierter Aufführungsmodelle (Historically Informed Performance, HIP), akustischer Simulationen sowie computergestützter Aufführungsmodelle können verschiedene Besetzungen, Tempi, Artikulationen, Dynamiken, Raumakustiken und Aufführungssituationen virtuell rekonstruiert, analysiert und miteinander verglichen werden. Dabei kommen digitale Werkzeuge aus den Bereichen Musiktechnologie, Audioanalyse, Klangsynthese, Music Information Retrieval (MIR) und Computational Musicology zum Einsatz.

Die virtuelle Interpretation versteht sich nicht als Rekonstruktion einer einzigen „richtigen“ Aufführung, sondern als wissenschaftliches Forschungsinstrument zur Untersuchung unterschiedlicher historischer und künstlerischer Interpretationsmöglichkeiten. Dadurch können verschiedene Aufführungsansätze, ästhetische Konzepte, Dirigiertraditionen, Orchesterbesetzungen und akustische Rahmenbedingungen experimentell untersucht und miteinander verglichen werden.

 Gleichzeitig eröffnet die virtuelle Interpretation neue Perspektiven für Musikwissenschaft, Aufführungspraxis und Digital Humanities und schafft eine Brücke zwischen historischer Forschung und künstlerischer Praxis.

 

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